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Vereinsgeschichte des Quartettverein Herchen

Eingeschlossen in einen Kranz von Bergen liegt Herchen. Wie ein Silberstreif zieht die Sieg an den Bergen vorbei, an deren Ufer die alte Kapelle an das Zisterzi­enserkloster erinnert, welches um das Jahr 1200 erbaut wurde. Wie schon zu früheren Zei­ten, ist Herchen auch heute ein beliebter Erholungsort für Gäste aus Nah und Fern. Gemütliche Gaststätten sorgen für Speise und Trank.

In der ältesten Gaststätte ist auch das Vereinslokal des Quartettvereins. Acht begeisterte Sänger gründeten hier das Doppel­quartett, von dem der Verein auch seinen Namen erhielt. Willi Kohten übernahm ehren­amtlich die Chorleitung und beim ersten öffentlichen Auftritt bewies sich, daß die Sänger Achtung verdienten. Nun hieß es auch einen Vorstand zu bilden und Ferdinand Schürger aus Gerressen übernahm den Vorsitz. Die Kassengeschäfte übernahm Josef Neukirchen aus Hoppengarten. Schwere Wunden schlug der Krieg in die Reihen der Sänger. Schon im ersten Kriegsjahr 1939/40 mußten die Proben wegen Einberufung zum Kriegsdienst ein­gestellt werden. Nach Kriegsende ergriff Willi Kohten die Initiative und sammelte seine Schar um sich. Schwer verwundet, aber doch die Lust am Gesang nicht verloren, stellte sich Ferdinand Schürger als Vorsitzender wieder zur Verfügung. Von 1960 übernahm dann Willi Gauchel den 1. Vorsitz, den er bis zu seinem Tode im September 1970 innehat­te. Danach führte Karl-Heinz Land die Geschäfte des Vereins weiter. 1981 übernahm Ru­di Kleinschmidt die Funktion des 1. Vorsitzenden, die 1990 an Wolfgang Thomé übertragen wurde. Dieser mußte 1998 aus beruflichen Gründen den Vorsitz niederlegen. Wie in den meisten Vereinen war es schwer, jemanden zu finden, der die Arbeit auf sich nimmt, die ein Vorsitz mit sich bringt. In Bernd Rappelt fand sich dann derjenige, der in Zusammenarbeit  mit dem Gesamtvorstand die Leitung übernahm und bis heute inne hat.

Von den damaligen Gründern des Vereins lebt heute niemand mehr. Als letzter verstarb Ferdinand Schürger aus Gerressen.

Der Chorleiter Willi Kohten verstarb 1958 nach kurzer Krankheit und Hans Ziebarth übernahm die Chorleitung bis zum 01.03.1960. Von dort ab lagen die Geschicke des Ver­eins in den Händen des Chorleiters Erich Sommer, der infolge Krankheit die Dirigenten­tätigkeit im September 1976 aufgeben mußte. Glüklicherweise fand der Verein in Hans Gilles schnell einen Nachfolger. Er leitete den Chor bis 1978. Danach üernahm Hans-Pe­ter Decker die Dirigententätigkeit. Nachdem er den Chor sieben Jahre lang dirigiert hatte, folgte ihm Mitte 1985 Friedrich Grothe aus Blankenberg als Chorleiter. Er übergab nach 5 Jahren das Dirigat an Chordirektor Peter-Josef Eich aus Kaldauen. Ab Mitte Mai 1996 wurde der Chor nun von Frau Vera Behne aus Hennef-Söven dirigiert. Das war der Anfang der weiblichen „Dirigentschaft“ im Quartettverein.

Frau Behne verließ uns aus privaten Gründen im Jahr 2000. Der Chor wurde übernomen von Frau Dagmar Große, die aber leider aus beruflichen Gründen noch im selben Jahr fortzog und den Dirigentenstab an Frau Irmgard  Nemitz weiterreichte. Bis im Jahr 2007  auch sie aus beruflichen Gründen das Dirigat abgeben mußte. Seitdem wird der Quartettverein mit viel Freude und Erfolg von Frau Katrin Waldraff geführt.

Die Zahl der aktiven Sänger hat sich im Lauf der Zeit sehr unterschiedlich entwickelt. Während in den 60er und 70er Jahren die Chorstärke zeitweise bis auf 14 Sänger zusam­menschrumpfte, zeigte sich an der wieder steigenden Zahl von Aktiven die zunehmende Beliebtheit des Vereins, bis in den 90er Jahren auch uns der allgemeine Sangesverdruß einholte. Zum Jahrtausendwechsel waren wir auf einem Tiefpunkt angelangt, der uns um die Zukunft des Vereins bangen ließ. Mit Werbebriefen an alle Herchener Haushalte und weiteren Versuchen neue Mitglieder zu erlangen hatten wir, wie auch später andere Vereine, so gut wie keinen Erfolg.
Aber unser Ruf, nicht nur Gesangverein zu sein, sondern auch in hohem Maße die Geselligkeit zu pflegen und mit unseren Mitgliedern einiges zu unternehmen, verhalf uns erfreulicherweise zu neuen Mitstreitern.

Bis zum heutigen Tage ist der Quartettverein Herchen, was die Alterstruktur angeht, ein vergleichsweise "junger" Chor geblieben. Heute gehören dem Verein 34 aktive Sänger an.

Zu unserem 70-jährigen Jubiläum stellten wir mit viel Arbeit eine DVDzusammen, die Ton- Bild- und Filmausschnitte aus der Vergangenheit des Vereins enthält. Bei der  Jubiläumsfeier wurde diese dann mit einem Beamer auf eine große Leinwand projiziert und versehen mit Kommentaren und Liedern zu einer Reise in die Vergangenheit für Sänger und Publikum.

Neben Auftritten bei befreundeten Nachbarchören, in den Herchener Kirchen, und bei diversen Jubiläen, gab es einige Höhepunkte, wie z.B. Benefizkonzerte zugunsten einer Leprastation in Indien oder des Kamerunprojektes des Bodelschwingh Gymnasiums in Herchen. Weiter das Konzert mit dem Philharmonischen Kammerchor Dresden und Auftritte im Kölner Dom und im Freiburger Münster, um nur einige zu nennen. Im Jahr  1992 wur­de außerdem die alte Tradition des Pfingsteiersingens und des anschließenden Eierverzeh­res von uns  wieder belebt. Das Herchener Eierfest ist damit wieder ein fester Bestandteil des geselligen Lebens in Herchen geworden, welches durch unser Kartoffelfest seit dem Jahr 1999 noch ergänzt wird.

Wir sind bis heute immer bemüht, den kulturellen Auftrag eines Gesangvereins zu verbinden mit der Pflege von Geselligkeit, dem Zusammenspiel von Alt und Jung und dem Erhalt des traditionellen dörflichen Miteinanders.

Bis jetz es dat noch immer jutjejangen. Un mit dem Spaß un  der Freud die mir dobei han, soll dat och esu wiggerjon.

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